Einfach gehaltene Schantlelarve, die wohl noch aus dem 18. Jhdt. stammt und möglicherweise als Portraitlarve gefertigt wurde.
Herrenkramerscher Fundus.

Sehr eindrucksvolle Schantlelarve mit mürrisch-traurigem Gesichtsausdruck.Bei der Betrachtung dieser Larve, die aus der Zeit um 1800 sein könnte, kommt wiederum der Gedanke an eine Portraitlarve auf.

Ein prächtiges Rottweiler Original ist »s'Ronnys Schantle~ (Hieronymus), der einen mächtigen Schnurrbart trägt und dessen linke Schläfe von einer klaffenden Wunde gezeichnet ist, die er (bzw. sein lebendes Vorbild) sich bei einer Auseinandersetzung im Gasthaus "Kreuz" zugezogen haben soll. Diese Portraitlarve wird ihrer starren Augenstellung wegen im Volksmund auch »Prallaug« genannt. Ursprünglich war sie im Eigentum von Metzger Sichler. Die Larve dürfte aus dem frühen 19. Jh. stammen und ist neu gefaßt. Die Narrentafel von 1871 zeigt s'Ronnys Schantle noch im Anzug des "obscenen Vermummers". Um 1885 besitzt der Ronny bereits einen reich applizierten Anzug aus Packtuch. Für die Rottweiler Fasnetsgeschichte ist es wichtig, daß die Entwicklung des Schantleanzuges sich am "Prallaug" praktisch bis in die Zeit um 1800 zurückverfolgen läßt.
Original im Stadtmuseum.

Eine 1913 abgestempelte Postkarte zeigt das Prallaug dann als noblen Sofa-Schantle.

S'Franz Ammas Briekere

Ein Glanzstück der Rottweiler Larvenschnitzkunst um 1700.